Die Seier Gruppe etabliert sich im Großprojekt-Geschäft

Wurster Nordseeküste - Mit der Beteiligung an zwei bedeutenden Infrastrukturprojekten in Deutschland etabliert sich die Seier Gruppe als ernstzunehmender Player im Geschäft der Großprojekte. Die Tochterunternehmen Kuhlmann Leitungsbau GmbH & Co. KG und Tief- und Rohrleitungsbau Wilhelm Wähler GmbH & Co. KG sind an SuedOstLink und SuedLink beteiligt – zwei großen Erdkabel-Projekten im Rahmen der Energiewende Deutschlands.

43 Kilometer Leitungslänge, insgesamt 26 Kabelsektionen, 65 Bohr-Kreuzungen im grabenlosen Verfahren – das sind Dimensionen, die Firma Wähler derzeit zwischen Kutenholz und Wischhafen im Rahmen des SuedLink-Projektes im Auftrag von TenneT Germany als Teil einer ARGE umsetzt. Im Rahmen dieses Projektes wurde das Tief- und Rohrleitungsbau-Unternehmen nicht nur mit grabenlosen Bohrungen, sondern auch mit der umfangreichen Arbeitsvorbereitung beauftragt. "Das größte Projekt bisher", bestätigt Frank von der Geest, Geschäftsführer von Wähler.  

Innerhalb der Seier Gruppe machte Kuhlmann 2024 den ersten Aufschlag dieser Größenordnung mit dem Zuschlag für den SuedOstLink im Auftrag von 50Hertz. Hier führt das Leitungsbauunternehmen grabenlose Bohrungen mit Längen zwischen 100 und 600 Metern aus. „Wir haben bis zu fünf Anlagen parallel laufen“, sagt Carsten Weiß, Geschäftsführer von Kuhlmann. „Das bedeutet: acht Vermessungsteams, acht Schweißcontainer und Bohranlagen erfordern eine permanente Koordination.“ Insgesamt bearbeitet Kuhlmann derzeit fünf Teilstreckenabschnitte parallel.  

Diese logistischen Herausforderungen meistern beide Unternehmen mit der Expertise aus vergangenen Projekten, einem großen Fachkräfteaufwand und einem starken Fuhrpark. 

 

Neue Maschinenklasse, neue Märkte 

Für die Großprojekte setzt die Seier Gruppe auf modernste Bohrtechnik, die unterirdische Bohrungen ermöglicht. Sensible Oberflächen bleiben bestehen. Maschinen mit bis zu 100 Tonnen Zugkraft kommen hier zum Einsatz – Technik, die sonst vor allem in anderen Ländern verwendet wird. Mit jeder Anwendung solcher Technik wächst die Expertise.  

Die Herausforderungen sind vielfältig: komplexe Geologie, sensible Schutzgebiete, strenge Umweltauflagen. An der Saale traf das Team Kuhlmann auf instabile Kiesschichten und musste den Bohrkanal mit Stahlrohren stabilisieren. Für mache Bohrungen gibt es zeitlich ökologische Restriktionen, so dass alle Bohrungen terminlich in der Abfolge genau aufeinander abgestimmt werden müssen. 

 

Alles aus einer Hand als Wettbewerbsvorteil 

Ein attraktiver Wettbewerbsvorteil der Seier-Töchter: Sie bieten das komplette Leistungsspektrum. Von der Vermessung über die Schweißarbeiten bis zur Bohrung – alles kommt aus einer Hand. "Wir können eine All-In-One Lösung liefern, sodass das System in sich stimmig ist", erklärt von der Geest. In Großprojekten mit zahlreichen Auftragnehmern bedeutet das: effizientere Kommunikation, weniger Missverständnisse, schnellere Prozesse. 

 

Wachstumsmarkt Energiewende 

SuedLink und SuedOstLink werden keine Einzelfälle sein. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien wächst der Bedarf an unterirdischen Stromleitungen massiv. Das bedeutet: mehr komplexe Bohrprojekte, längere Strecken, höhere Anforderungen. Für die Seier Gruppe ist das der richtige Zeitpunkt, um sich in diesem Segment zu positionieren. 

"Mit Kuhlmann und Wähler verfügen wir über zwei regional etablierte Bauunternehmen, die den Schritt in die Großbohrtechnik erfolgreich vollziehen", heißt es aus der Unternehmensgruppe. Die Erfahrungen aus den aktuellen Projekten bilden die Grundlage für künftige Großaufträge im Netzausbau. 

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